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6.14 Andreaskreuz

Ein solches Kreuz gehört ja in fast jede Sammlung von Bastelanleitungen.
Auf jeden Fall ist es ein hübscher Wandschmuck, wie man auf den Bild sieht.

Abbildung 6.28: Andreaskreuz zur Wandmontage.
Image andreaskreuz

Man beginnt am besten damit, die zu fesselnde Person vor die Wand zu stellen und zu vermessen. Hier erschien es als günstig, die unteren Befestigungspunkte 170 mm über dem Boden mit einem Abstand von a = 780 mm und die oberen Befestigungspunkte b = 1950 mm darüber zu konstuieren - dadurch ist der Schnittpunkt der Hölzer ungefähr auf Taillenhöhe.
Man errechnet leicht:

Abbildung 6.29: Bemaßung des Andreaskreuzes.
Image kreuz

Die gehobelten Kanthölzer (94 mm x 44 mm) sollten also ca 2300 mm lang sein. Schon beim Kauf sollte man darauf achten, dass man keine Balken mit dicken schwarzen Astlöchern an der Kante erwischt. Auch empfiehlt es sich, an den Hölzern langzupeilen, um zu sehen, ob sie sich verzogen haben. Meistens ist eine Seite der Hölzer schöner als die andere, so dass man sich vor Beginn überlegen sollte, welche Seite nach vorne und welche nach hinten kommen soll.

Man beginnt damit, 100 mm vom einen Ende mit Hilfe eines Winkels eine Linie quer über das Holz zu zeichnen. Dies wird später die Basis der gleichseitigen Dreiecke an den Enden, in deren Mitte die Befestigungsösen kommen. Von hier aus misst man c = 2100 mm ab und markiert die Stelle mit einer weiteren Querlinie. Der spätere Schnittpunkt der Kanthölzer liegt natürlich genau in der Mitte zwischen diesen Markierungen. Zeichnet man sich hier mit Hilfe des Winkels eine weitere Hilfslinie ein, kann man den Winkel von 44 Grad einzeichnen und diese Linie um d/2 in beide Richtungen verschieben.
Wer sich dieses genaue Anzeichnen nicht zutraut, kann auch durch den Mittelpunkt des hinteren Kantholzes ein 3 mm Loch bohren, eine Schraube hindurchstecken und in die Mitte des vorderen Kantholzen drehen, um den Punkt provisorisch zu befestigen.
Achtung: Die Schraube darf auf der Vorderseite natürlich nicht aus dem Holz kommen.
Anschließend dreht man die Hölzer in den gewünschten Winkel und zeichnet die Kanten des einen auf dem anderen an.
Der so markierte Bereich muss natürlich aus beiden Hölzern ausgeklinkt werden, damit man sie später ineinander stecken kann:

Um den entsprechenden Bereich am anderen Holz anzuzeichnen, kann man ihn ebenfalls wie oben beschrieben ausmessen, oder legt das zweite Holz in die fertige Nut des ersten und zeichnet wieder an den Kanten lang. So stellt man auf jeden Fall sicher, dass die Winkel zueinander passen.
Ausklinken des Holzes 2, siehe Ausklinken des Holzes 1.

Hat man dies bewerkstelligt, wendet man sich den Enden zu. Ausgehend von den eingangs markierten Basislinien, zeichnet man an die Enden gleichseitige Dreiecke (solche mit 60 Grad Winkeln). Wer sich und seinem Winkelmesser nicht traut, kann sich auch mit der oben berechneten Höhe h behelfen. Die Dreiecke sägt man dann mit einer Stichsäge mit grobem Blatt (oder auch per Hand) aus.

Jetzt kann man die Teile als Kreuz ineinander legen (und wer sauber gearbeitet hat, darf sich auf die Schulter klopfen).
Der Profi, der mit Fräse, wird nun noch die Kanten der Hölzer abrunden. (Natürlich im zusammengesteckten Zustand, um im Kreuzungsbereicht keine komischen Nuten zu erhalten.)

In die Mitte der Basislinien bohrt man für die spätere Befestigung noch 9 mm Löcher durch die Arme des Kreuzes.

Anschliessend greift man zum Schleifer, glättet alle Kanten - insbesondere das Stirnholz an den Dreiecken - und kann auch noch vorhandene Bleistiftstriche auf diese Weise beseitigen. Den Schleifstaub wischt man mit einem Tuch ab und kann dann mit dem Lackieren beginnen (Parkettlack oder, wenn es unbedingt sein muss, auch schwarz). Man beginnt am geschicktesten mit der Rückseite der Hölzer, bei denen es nicht so auf Schönheit ankommt, dreht sie dann um, legt sie auf Leisten, so dass sie möglichst wenig Auflage haben, und kann so auch den Rest noch lackieren.
Nach einem Tag schleift man mit feinem Papier die Holzporen, die nach dem ersten Anstrich aufgegangen sind, wieder glatt und lackiert ein zweites Mal, um eine schön glatte Oberfläche zu erhalten.

Um das Andreaskreuz an der Wand zu befestigen, habe ich mir das Folgende überlegt: Ich dübele Stockschrauben M8 x 100 mm, solche haben auf der einen Seite ein grobes Holzgewinde und auf der anderen ein metrisches Gewinde für Muttern, in die Wand, stecke das Kreuz drauf und drehe auf der Vorderseite Ringmuttern M8 auf die Schrauben. So wird das Kreuz gehalten und man hat gleich Befestigungsösen, ohne dass sonstige Befestigungen die Optik stören.
Um das Kreuz richtig zu positionieren, habe ich zunächst eines der unteren Löcher in 170 mm Höhe gebohrt, einen 10 mm Dübel hineingesteckt und eine der Schrauben hineingedreht.
Achtung: Mit einem Leitungsprüfer lässt sich vor dem Bohren ausschließen, dass sich unter dem Putz eine Leitung befindet.
Tipp: An die Stockschraube kann man sich provisorisch einen Kopf zaubern, indem man zwei normale Muttern drauf dreht (am besten mit Unterlegscheibe dazwischen) und gegeneinander festzieht. So kann man die Schraube z.B. mit Hilfe einer Knarre in die Wand drehen.
Mit einem Maßstab lässt sich kontrollieren, ob die Schraube noch weit genug aus der Wand guckt (Dicke des Holzes + 10 mm für die Ringmutter).
Auf diese erste Schraube habe ich dann das Kreuz gesteckt, es mit Hilfe einer Wasserwaage anhand der sorgfältig gebohrten Löcher ausgerichtet und dann mit einem in die Löcher gesteckten Bleistift die Punkte auf der Wand markiert. Anschließend bohrt man die übrigen Löcher in die Wand und bringt die Schrauben an.
Falls die Schrauben nicht exakt orthogonal zur Wand sind, lassen sie sich von Hand ein wenig zur Seite biegen und in die extra etwas größer gebohrten Löcher einfädeln.
Noch schnell die Ringmuttern dran und schon kann der Spaß beginnen....



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