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6.8 Flogger

Peitschen teilen die Fachkundigen (und solche, die sich dafür halten) in unterschiedliche Kategorien ein, die alle mit einem handlichen Griff beginnen:

Abbildung 6.12: Peitschen von zart bis hart.
Image whips

Diese verschiedenen Peitschtypen lassen sich alle nach dem gleichen Prinzip bauen:

  1. Man beginnt mit dem 25 mm Allurohr für 10 DM aus dem Spielzeugladen und sägt sich hiervon 200 mm ab. (Entgraten der Schnittstellen mit einer Feile nicht vergessen!)

  2. Als nächstes schneidet man aus dem gewünschten Material die Riemen. Das Material sollte ca 550 mm lang sein, dann stecken später 50 mm im Griff und für die Riemen bleiben 500 mm. Geschnitten wird das Material nur auf den unteren 500 mm, das Ende im Griff sollte am Stück bleiben.
    Am sorgfältigsten lässt sich mit einem Rollschneider (so ähnlich wie ein Pizzarad) entlang einer Metallschiene schneiden.
    Tipp: Wer nicht mit einem erstklassigen Augenmaß ausgestattet ist, klebt sich Kreppklebeband oben und unten quer über das Material und zeichnet sich darauf mit einem Stift die Schnittpositionen an.

    Das geschnittene Material rollt man dann am oberen Ende so eng auf, wie nur irgend geht und pfropft es unter leichten Drehbewegungen in ein Ende des Rohres, bis es 50 mm drinsteckt.
    Tipp: Man kann sich die Sache erleichtern, indem man das Rohr innen mit Vaseline oder Silikonöl bestreicht.

  3. Um die Riemen gegen Herausrutschen beim Spiel zu sichern, bohrt man ein 3 mm Loch 25 mm vom unteren Ende des Rohres entfernt quer durchs Alu und das Riemenmaterial und steckt hierdurch eine M3-Schraube. Die Mutter wird fest angezogen und das überstehende Ende der Schraube abgesägt. (Schraubenkopf und -mutter verschwinden nachher unter den dicken Knoten.)

  4. Um das obere Ende des Rohres zu verschließen, verwende ich Kunststoffkorken aus Weinflaschen. (Diese sind ein wenig dicker als normale Korken und schrumpfen nicht beim Austrocknen. Man kann sich aber auch z.B. ein Stück Holz schnitzen.) In diese Korken säge/feile ich zwei Längsnuten, so dass das Seil, aus dem auch die Knoten geflochten werden, hineinpasst. Aus dem Seil mache ich eine Schlaufe; der Knoten kommt im Rohr unter dem Korken zu liegen und das Seil läuft auf beiden Seiten längs des Korkens aus dem Rohr, so dass man später eine Schlaufe zum Aufhängen hat. (Dieser Korken hält bei mir nur durch Reibung, man könnte ihn natürlich auch mit einer Schraube sichern.)
    Wen die sichbare Stirnseite des Korkens stört, der kann diese z.B. schwarz übermalen.

  5. Im Prinzip könnte man mit dem Flogger so schon spielen. Alles folgende dient der Optik und macht das Gerät ergonomischer ;-)
    Ich umwickele das Griffrohr mit Korklenkerband (eine Packung für 15 DM reicht für vier solche Peitschen). Soll es nicht das Einheitsschwarz sein, gibt es Griffband für Tennisschläger in fast allen Farben!
    Tipp: Das Ende kann man z.B. mit Gewebeklebeband sichern; es hält später definitiv durch die darüber sitzenden Knoten.

  6. Die Knoten an beiden Enden des Griffes sehen sehr hübsch aus und liegen sehr gut in der Hand - sie sind aber auch das Aufwändigste.
    Es eignen sich festgeflochtene Seile mit 5 - 6 mm Durchmesser (beliebiger Farbe). Pro Knoten braucht man ungefähr die Spannweite der Arme als Länge. Ich merke mir diesen Punkt als `stehender Part', schneide das Seil aber nicht von der Rolle ab. Dies spart Seil und zur Not kann man beim Knoten noch welches nachziehen.
    Den stehenden Part lege ich längs auf den Griff und wickele das Seil zweimal herum.
    Dann schiebe ich den stehenden Part unter dem ersten Törn hindurch, so dass sich eine Schlaufe ergibt.
    Durch diese schiebe ich dann den `Tampen' (Ende des Seils). Jetzt hängt das Seil schon mal fest und man kann sich die Situation in Ruhe angucken: Von den drei Strängen haben wir gerade den linken unter dem mittleren hindurch geschoben und schieben dann den nun rechten unter dem aktuell mittleren durch - so, wie man flechtet. (Bei wem gerade rechts und links vertauscht sind, der hält das ganze andersherum und muss abstrahieren *eg*)
    Beim Flechten muss der Tampen durch ein paar Seilschlaufen gezogen werden, bis er schließlich parallel zum stehenden Part unter einem Seil hindurchgeht. Der Rest ist trivial, man läuft einfach immer parallel zur schon vorhandenen Windung.
    Tipp:Allerdings sollte man an dieser Stelle darauf achten, dass genug Spiel in den Schlaufen ist - enger wird es mit Voranschreiten des Knotens.
    Achtung: Seile, die zum selben Strang gehören, dürfen sich nicht kreuzen, dies lässt sich später nicht mehr korrigieren!
    So fährt man fort, bis jeder Strang drei Windungen hat und zieht zum Schluss den Tampen, der parallel zum stehenden Part liegt, unter allen Strängen durch, so dass der stehende Part unten in den Knoten reingeht und der Tampen oben wieder rauskommt.

    Wem diese Erklärung zu abstrakt war, dem seien weitere, bebilderte Anleitungen im Netz empfohlen [76], [77].

    Abbildung 6.13: Türkenbund.
    Image tuerkenbund

    Damit ist der Knoten im Prinzip fertig, jetzt folgt noch ein wenig Fingerkrafttraining. Am Tampen beginnend zieht man überflüssiges Seil Richtung stehender Part zurück, so dass ein ca 50 mm langes Ende erhalten bleibt. Bei diesem ersten Arbeitsgang sollte es noch recht schnell gehen, wenn man die Stränge noch nicht allzufest zieht. Hilfreich können hierbei eine Spleißnadel (ein kleiner Schlitzschraubendreher) und eine Feinmechanikerzange (kräftige Pinzette) sein.
    Tipp: Der Knoten lässt sich durch Rollen auf einer harten, ebenen Unterlage glätten.
    Achtung: Der Knoten darf beim Festziehen nicht über das Griffende rutschen! Lieber 1 -2 mm Abstand halten. Beim Rollen geht der Knoten in die Breite.
    Es folgt ein weiterer Durchgang, bei dem das Seil so fest wie möglich gezogen wird. Schließlich soll der Knoten fest sein und allein durch Reibung auf dem Griff halten.
    Dies ist durchaus anstrengend und zeitintensiv.

    Nachdem der Knoten noch einmal gerollt wurde (mit dem Fuß auf dem Fußboden), schneidet man beide Seilenden mit einem scharfen Messer bündig und verklebt die Fasern vorsichtig mit einem Lötkolben.

  7. Knoten II. siehe Knoten I. !



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