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3.4.4 Erniedrigung

Im DS Kontext erzielt die Erniedrigung eines Partners durch den anderen sexuelle Erregung bei Dom und Sub.

Erniedrigende Dienste
Den Partner oral befriedigen zu müssen und dabei Lust zu spenden, ohne selbst taktile Reize zu empfangen, kann an sich schon erniedrigend sein.

Noch erniedrigender, als dem geliebten Partner etwas Gutes zu tun, ist es, einem leblosen Gegenstand, der nie befriedigt ist und wo somit kein Ende abzusehen ist, lecken zu müssen. So kann man Sub einen Dildo, den er in der Hand hält oder der irgendwo befestigt ist, voller Wollust lecken lassen. Es gibt spezielle 'Trainigsknebel', die extra die Form eines Penis haben. Zum Üben kann man einem Sub auch eine Banane zum Blasen geben. Wenn er nicht aufpasst, werden auf ihr eindeutige Spuren der Zähne zurückbleiben.

Eine weitere Steigerung der Erniedrigung kann es sein, dem Dom das Poloch lecken zu müssen (Rimming). Dies ist aber gesundheitlich nicht unbedenklich, da vom letzten Stuhlgang Bakterien zurückgeblieben sein können, die im Mund nun wirklich nichts verloren haben. Auch können auf diese Weise einige Krankheiten, u.a. Hepatitis, übertragen werden (s.A. 5). Falls man bereit ist, dieses Risiko einzugehen, sollte der Partner sich vorher wenigstens gründlich den Hintern waschen - vielleicht verbunden mit der Ankündigung, warum er sich gerade den Hintern waschen geht...

Golden Shower
Urin ist bei gesunden Menschen eine sterile, klare, leicht gelbliche Flüssigkeit mit einem gewissen Eigengeruch, die bei vielen Menschen Ekelgefühle auslöst. Daher kann es eine sehr erniedrigende Strafe sein, den Sub anzupinkeln (in der Dusche oder auf wasserundurchlässiger Unterlage). Es empfiehlt sich, wenn man sowas vor hat, vorher möglichst viel zu trinken; Kaffee, Tee und Bier verstärken den Harndrang. Trotzdem kann es passieren, dass Dom/me im entscheidenden Augenblick zu aufgeregt ist, um den Schließmuskel der Blase zu entspannen. Am besten übt er/sie das vorher mal.
Eine weitere Steigerung ist, den Sub das Urin schlucken zu lassen. Dies sollte man zuvor aber auf jeden Fall absprechen, da allein die Vorstellung hieran Übelkeit auslösen kann. Der Geschmack des Urins ist am neutralsten, wenn man vorher möglichst viel Wasser getrunken hat. Die Gerbstoffe in Kaffee, Tee und der Genuss von Spargel machen es bitter und verursachen einen unangenehmen Geruch.

Gebrauch als Gegenstand
In etlichen SM-Cartoons findet man Zeichnungen von Frauen (meistens mit ewig langen Beinen und einer atemberaubend geschnürten Wespentaille), die in extremen Positionen als Möbelstücke gefesselt sind.
Derartiges wird man nur mit den allerwenigsten Menschen machen können. Aber man kann einen Menschen als Garderobe in die Ecke stellen, oder ihn auf allen Vieren knienlassen und auf seinem Rücken das Frühstück bereiten. Auch kann man ihn sicher als Fußschemel gebrauchen, sollte sich aber nicht auf seinen Rücken setzen - zumindest nicht in die Mitte, sondern wenn dann auf die Schultern oder den Po - seine Bandscheiben werden es einem danken.

Verbale Demütigung
Das Machtverhältnis kann auch in der gewählten Sprache zum Ausdruck kommen. So kann der Dom sich mit Titeln wie `Master, Sir, Lord, Gebieter, Mistress, Madame, Herrchen' anreden lassen oder er fordert vom Sub, immer in ganzen Sätzen zu antworten. So ist es üblich, den Sub, wenn er sich entschuldigt, den Grund für seine Entschuldigung explizit nennen zu lassen.
Eine andere Form von verbalem Spiel ist die Ankündigung von Dingen, die der Dom mit dem Sub zu tun gedenkt oder das Drohen mit Strafen. Solche Ankündigungen leben von dem Wissen, dass der Dom die Macht hat, dieses auch umzusetzen, und den Erinnerungen an bisherige Spiele. Sie können somit Vorfreude und Fantasien auslösen und dazu führen, dass der Sub sich den Rest des Tages nur halb auf seine Arbeit konzentrieren kann.
Je nach Geschmack der Spielenden kann der Dom den Bottom auch damit aufziehen, dass er es schön fände so behandelt zu werden und dass ihm seine Erregung anzusehen sei. Manche Subs mögen es, 'abwertend' tituliert zu werden. So kann es sein, dass ein(e) Sub, wenn sie mit Schlampe angeredet wird, keineswegs beleidigt ist.
Außerdem kann der Sub gezwungen werden, seine Gefühle zu beschreiben, sich selbst zu erniedrigen oder um eine Bestrafung zu bitten und sich anschließend dafür zu bedanken.

Die Gefahr bei solchen Spielen ist, dass der Dom in den meisten Fällen nur sehr schlecht einschätzen kann, wie der Sub diese Situation gerade empfindet, dieser sich vielleicht persönlich gekränkt fühlt und so ein Schaden in der Beziehung entsteht, der sich nur schwer wieder reparieren lässt.


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