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4.5 Brennnessel (Urtika)

Wirkung
Brennessel Gleich bei der Berührung stellt sich ein heftiges Brennen ein, gefolgt von jenen flüssigkeitsgefüllten, heftig geröteten namensgebenden ``urticariellen" Bläschen auf der Haut.
Ursache hierfür sind feine fragile Brennhaare, die auf und unter den Blättern, an den Blattstielen und auch am Stängel der reifen Pflanze sitzen. Diese Härchen besitzen an der Spitze ein verkieseltes Köpfchen, das bei Berührung abbricht. Die scharfe Bruchstelle kann dann in das Gewebe des Opfers eindringen, während sich der Inhalt der an der Basis sitzenden Drüse wie durch eine Kanüle entleert.
Neben Ameisensäure finden sich im wesentlichen vier Substanzen im Sekret der Brennhaare, die als Hauptwirkstoffe gelten können. Dies sind Serotonin (5-Hydroxitryptamin), das im Nervensystem als Neurotransmitter dient, in der Darmschleimhaut die Peristaltik anregt und bei der Blutgerinnung ins Serum eintritt, Histamin, das im ganzen Organismus verbreitet ist und bei allergischen Schocks und Verbrennungen beteiligt ist, Acetylcholin, ebenfalls ein wichtiger Neurotransmitter, und eine weitere amorphe, saure, stickstoffreie Substanz, deren Struktur noch unbekannt ist, die vermutlich hauptsächlich für die Quaddelbildung verantwortlich ist.
Weder die junge noch die ganz alte Pflanze verfügt über ausreichend Nesselgift, um zu schaden (siehe auch: Heilpflanzen - Urtika [57]).

Gefahren
Unter Gefahren beim Spiel mit Nesseln findet man in der Regel einen Verweis auf allergische Reaktionen, die Nesselsucht oder Urtikaria. Auslöser für die Bildung von weißlichen Flecken oder Quaddeln kann der Hautkontakt mit sehr unterschiedlichen Stoffen sein, der zu einer Histaminausschüttung führt. Die Symptome sind dabei identisch mit den Hautreaktionen nach Kontakt mit Brennnesseln.
Eine Stimulation der Mastzellen (diese speichern Histamin) in den Schleimhäuten der Atemwege verursacht Schluckbeschwerden und Atemnot, kann somit lebensgefährlich sein! Also Subbie nicht mit Brennnesseln füttern und auch die Hals- und Kopfregion vermeiden. ;-)
In der Regel wird die Sub einschätzen können, ob bei ihr typischerweise heftige allergische Reaktionen auftreten - insbesondere, da sie zuvor schon unbeabsichtigt mit Brennnesseln in Kontakt gekommen sein wird. In dem Fall sollte man aus Vorsicht auf das Spiel mit Brennnesseln (und anderen hautreizenden Stoffen wie z.B. Rheumasalbe) verzichten (siehe auch: Nesselsucht [58])

Empfindungen
Die erste Berührung mit einer Nessel ist scharf und heiß, baut sich aber langsam zu einem Glühen oder Brennen ab. Dieses Glühen braucht eine lange Zeit, bis es abklingt, und so richtig ignorieren kann man es nicht, es bleibt auch nach der Berührung stundenlang erhalten.
Brennnesseln erhöhen die Empfindlichkeit der Haut ungemein. Eine Feder kann sich wie eine Haarbürste anfühlen, ein leichter Klatsch auf den Po kann wie eine Gerte, und eine Gerte kann gehirnschmelzend sein.

Anwendungsmöglichkeiten
Nesseln können wie eine Gerte benutzt werden, als eine Alternative zur normalen Züchtigung. Hierbei wird nur die Haut betroffen, es kommt also nicht zu blauen Flecken wie bei einer Rute, und eine Nesselzüchtigung ist auch fast völlig geräuschlos - wenn die Sub nicht die Stille zerstört. ;-)
Man sollte keinen SZugïn den Schlägen verwenden, die Nesseln sollten gerade auf die Erziehungsfläche auftreten. Der "Griff" kann mit Stoff oder Klebeband umwickelt werden, oder die Top trägt dabei Handschuhe - die Latexhandschuhe (wie sie z.B. von Medizinern gegen AIDS verwendet werden) schützen aber nicht (!) vor dem Stich.
Nesseln eignen sich auch zur Züchtigung von Körperregionen, die nicht mit Gerte oder Rute getroffen werden dürfen, wie Bauch oder Genitalien. Einen Reiz zu geben ohne Schaden zu verursachen, eröffnet jede Menge Möglichkeiten.
Am effektivsten benutzt man Nesseln, indem man Blatt für Blatt unter Sichtkontrolle die Nadeln gerade in die Haut einführt. Wenn die Sub nicht in der Lage ist, sich zu bewegen, kann eine solche langsame und bedächtige Anwedung die Sub zum Wahnsinn treiben. Kann man nicht nahe genug heran ans Ziel, sollte man wenigstens dafür sorgen, dass das Blatt oder der Stengel parallel zur Haut auf sie gedrückt wird. Mit etwas Übung kann man so mit sehr wenigen Blättern die Arbeit machen, für die man sonst mehrere Pflanzen benutzen würde. So kann man auch gezielter einzelne Stellen beglücken.
Weil sie flach und klein sind, können Nesselblätter in BHs, Hosen, Unterhosen, Schlüpfer, und alle möglichen anderen Kleidungsstücke gesteckt werden. Sie können unter Dressurkleidung oder in Körperwickel eingebaut werden. Nesseln, die mit ihrem Ende an einem Seil um die Taille der Sub befestigt werden, ergeben einen Nesselrock. Trägt sie darüber einen normalen Rock, ist sie bereit für einen schönen Abend in der Disco.
Alle diese Verwendungen sind psychologisch mörderisch, weil niemand beim ersten Mal richtig versteht, dass es kaum hilft, die Blätter wegzunehmen. Den schlimmsten Effekt haben die Nadeln bei ihrem ersten Kontakt schon angerichtet, aber das Gefühl hört und hört stundenlang nicht auf.
Nesseln können auch zur Kontrolle benutzt werden. Hierbei kommen sie an eine solche Stelle, wo es für die Sub schwierig, aber nicht unmöglich ist, sie zu vermeiden. Platziert man Nesseln ganz nah bei der Sub, aber ohne sie zu berühren, kann das Strafe genug sein. Wenn man Nesseln an einen Pfosten anbringt, und die Sub mit den Händen über den Kopf und mit sehr wenig Platz dort anbindet, kann eine ganz normale Züchtigung viel interessanter werden: jedes zu starke Zucken der Sub wird sie gegen den Pfosten treiben.

(Aus Lesbarkeitsgründen wurde hier konsequent die weibliche Form verwendet, es sind aber stets beide Geschlechter gemeint.)



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