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3.5 Fetisch

Ein Fetisch ist etwas, was einen erregt. Für viele Menschen ist ein Körperteil besonders erregend. Manche präferieren knackige Hintern, lange Beine, Brüste, Hände oder Haare. Ebenso kann ein besonderes Outfit anregend sein. Am häufigsten sind wohl Lack, Leder, Latex, Korsetts, High Heels, Stiefel, Handschuhe, Pelz, Dessous, Handschellen und Autos.
Das gängige Bild eines Fetischisten, der ausschließlich einen Schlüsselreiz braucht, gegen den die andere beteiligte Person in den Hintergrund tritt, trifft man in der Realität äußerst selten an. Für die meisten ist ihr Fetisch wie das i-Tüpfelchen, das die Session abrundet.
Egal welchen Fetisch du hast, es findet sich zu jedem ein passender Partner, der die Vorlieben teilt. Wenn man diesen noch nicht gefunden hat, tut man aber gut daran, sich nicht zu sehr auf seinen Fetisch zu fokussieren. Wenn der Partner dieser Sache nicht soviel abgewinnen kann, langweilt er sich vielleicht und fühlt sich als ganze Persönlichkeit vernachlässigt.
Häufig lassen sich solche Fetische problemlos ins Spiel integrieren.

Körperpflege und andere Annehmlichkeiten
Der Wunsch des Subs Körperteile des Doms zu küssen, lecken, berühren oder zu massieren kann z.B. Anlass für eine entspannende Massage oder auch Oralsex sein.
Domme kann sich Füsse und Brüste massieren oder sich baden lassen. Sie kann sich entspannt zurücklehnen und wie eine Herrscherin fühlen, während Sub sie manikürt, die Nägel lackiert, ihre Haare bürstet oder die Beine rasiert.

Das Küssen der Schuhe des Doms ist ein sehr bekanntes Ritual. Natürlich sollten die Schuhe sauber sein; an Schuhen, die zuvor auf der Straße getragen wurden, können jede Menge Dreck, Bakterien und Keime haften. Auch sind die wenigsten Subs begeistert, wenn sich anschließend die frisch aufgetragene schwarze Schuhcreme auf der Zunge wiederfindet. Das Lecken der Unterseite oder des Absatzes wird oft als noch erniedrigender empfunden als das Lecker der Oberseite.
Füße, die riechen, können sowohl abturnend als auch der ultimative Kick sein - am besten fragt man den Sub nach seinen Vorlieben. Und wenn der Dom sehr kitzlig an den Füßen ist, kann diese Liebkosung leicht zur Folter für ihn werden ;-)

All dies kann zu regelmäßigen Dienstleistungen des Subs für den Dom werden.

Lack, Leder, Latex
Kleidung aus diesen Materialien wird oft mit SM-Spielen assoziiert. Der Reiz dieser Materialien liegt in ihrem Glanz. Leder hat eher eine dominante Ausstrahlung und Lack und Latex eventuell eher eine devote. Die Kleidung aus diesen Materialien ist meistens erotisch knapp geschnitten und macht den eigenen Körper damit zum Sexobjekt. Latex kann sich wie eine zweite Haut anschmiegen, so dass man sich nackt fühlt, obwohl der Körper komplett bedeckt ist. Auch ändert sich dadurch das Tastempfinden (s.A. 2.3) und es kann demütigend sein, in der Kleidung schwitzen zu müssen.

Korsett
Ein Korsett zwingt seinen Träger zu einer aufrechten Haltung und unterstreicht die weibliche Figur. (Auch manchen Männern tut es gut, wenn der Bierbauch nicht so vorsteht.)
Neben diesen rein optischen Reizen wirkt ein Korsett auch behindernd und fällt in die Kategorie restriktive Kleidung (s.A. 2.2). Die Beweglichkeit des Körpers ist deutlich eingeschränkt; mit manchen Korsetts kann man nicht mal sitzen und ein Korsettkleid zwingt die Trägerin zu kleinen Trippelschritten. Darüber hinaus ist ebenfalls die Atmung eingeschränkt, so dass der Träger sich kaum körperlich betätigen kann und zur Passivität gezwungen ist.

Strapse, Strümpfe
Strapse und Strümpfe sind ein eindeutig feminines Symbol, das auf fast alle Männer wirkt. Sie lassen das Bein gleichmäßiger wirken und der Blick, der an ihnen hochwandert, bleibt zunächst am Rand der Strümpfe haften, bevor er sich dem Zentrum der Begierde nähert.
Der Rand eines Strumpfes, der unter einem Rock hervorschaut, kann die Fantasie unheimlich anheizen. Und viele Frauen fühlen sich erotischer und attraktiver, wenn sie wissen, dass sie etwas so verführerisches anhaben.

High Heels
Die Symbolik von Schuhen mit sehr hohen Absätzen ist ambivalent. Von einer dominanten Frau getragen, sind sie ein ebenso großes erotisches Signal wie Strapse und können wirken, wie die dem Esel vor's Maul gehängte Möhre, die ihn zum Arbeiten antreiben soll. Es ist ein erotisches Gefühl zu wissen, dass frau für Männer unwiderstehlich ist. Valerie Steele [49] stellt hierzu fest: "Viele der Eigenschaften, die man normalerweise mit weiblicher sexueller Attraktivität verbindet, werden durch hochhackige Schuhe akzentuiert, da sie sowohl den Gang als auch die Haltung der Trägerin beeinflussen. Der untere Teil des Körpers wird angespannt, und dadurch werden die Bewegungen von Hüfte und Gesäß betont und der Rücken durchgedrückt, so dass sich der Busen wölbt. Hohe Absätze ändern auch die Kontur des Beins, indem sie die Rundung der Wade betonen und Knöchel und Fuß nach vorne kippen und so der Eindruck verführerisch langer Beine entsteht. Oberschenkelhohe Stiefel kombinieren noch die Effekte von High Heels mit dem von Strümpfen und sind ein typisches mit SM verbundenes Klischee.

Andererseits sind die Schuhe unbequem, erlauben nur kleine Schritte und ein Weglaufen auf ihnen ist unmöglich. Sie fallen daher ebenso wie Korsetts in die Kategorie restriktive Kleidung (s.A. 2.2).
Diese unbequemen Schuhe mit dem für alle sichtbaren erotischen Signal können daher auch demütigend sein.
Diese restriktiven Eigenschaften werden bei den so genannten 'Balletschuhen' noch auf die Spitze getrieben. Sie haben einen derartig hohen Absatz, dass das Opfer - wenn überhaupt - nur unter Schmerzen und mit großen Gleichgewichtsproblemen laufen kann. Sie zwingen eher dazu, am momentanen Ort zu bleiben oder auf allen Vieren zu krabbeln.

Wenn man das Laufen auf Absätzen nicht gewohnt ist, kann das sehr anstrengend sein und man wird es nicht allzu lange (nicht für die Dauer einer Party) aushalten. Spitze Absätze erfordern eine entsprechende Wadenmuskulatur, um ständig das Gleichgewicht zu halten, und hohe Absätze dehnen die Zehgelenke, das gesamte Gewicht lastet auf den Fußballen und wenn die Schuhe nicht gut gearbeitet sind, rutscht der Fuß nach vorne in die ohnehin schmale Spitze des Schuhs, wodurch irgendwann die Zehen wehtun.
Möchte man solche Schuhe über eine längere Zeit tragen, tut man gut daran, langsam zu Hause oder durch das Tragen von Schuhen mit niedrigeren Absätzen zu trainieren.
Die ersten, unbeholfenen Schritte einer Sub auf High Heels zu beobachten (und vielleicht auf Video zu bannen) kann durchaus erregend sein ;-) Wenn man mit den Schuhen dann aber ausgeht, sollte man der eigenen Gesundheit und der Optik zu Liebe in den Dingern laufen können. Nichts wirkt affiger als eine Domme, die mehr schlecht als recht in ihren zu hohen Pumps durch die Gegend stolpert.
Eine Hilfe können Einlagen sein, die in den Schuh geklebt, den Ballen am Nachvorne-Rutschen oder den Hacken am Aus-dem-Schuh-Schlüpfen hindern. Beide Effekte umgeht man bei Schnürstiefeln, die den gesamten Fuß umfassen.
Einige Hinweise zum Tragen von Schuhen mit hohen Absätzen findet man bei 'Wie man erfolgreich Stöckelschuhe trägt' [50].

Stiefel
Insbesondere bei dominanten Personen sieht man oft schwere Schnürstiefel aus Leder. Sie verleihen einen sicheren Stand bei allen Aktionen und suggestieren, dass man mit ihnen auch kraftvoll zutreten kann.

Uniform
Uniformen strahlen Macht und Stärke aus...



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