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3.2.3 Während des Spiels

Nach dem Einstieg ins Spiel sollte sich dieses entwickeln. Ein Dom tut gut daran, langsam ins Spiel einzusteigen und sich dann im Tonfall, den physischen Reizen, seinen Forderungen und Demütigungen zu steigern. Vielleicht ist ein einfaches Rekapitulieren der Sklavenpositionen (s.A. 3.4.1) ein guter Anfang, um sich dann auf das für beide ideale Niveau zu steigern, dieses zu halten und mit den wirklich beschämenden Anweisungen oder Herausforderungen zu würzen.

Wenn du als Dom im Spiel festsitzt, nicht weißt, was tun, probiere es mit dem, was beim letzten Spiel gut funktioniert hat. Die Fantasien des Subs, das was er mag und was er vielleicht mal ausprobieren mag, sind eine gute Richtschnur, an der Dom sich entlanghangeln kann, ohne etwas falsch zu machen.
Eine andere gute Idee in einer solchen Situation kann es sein, GAR NICHTS zu machen. Das Wartenlassen ist ein nicht unüblicher Bestandteil des Spiels. Man muss den Sub nicht ständig unterhalten. Wenn er wartet, bleibt Zeit für sein Kopfkino. Er kann sich überlegen, in welch entwürdigender Situation er sich vielleicht gerade befindet, oder spekulieren, was als nächstes kommen mag. Dieses Erlebnis wird noch gesteigert, wenn er seine Umwelt nicht oder nur eingeschränkt wahrnimmt (s.A. 2.3) und z.B. nur anhand der Geräusche erraten kann, was vielleicht vor sich geht.
Dem Dom bleibt inzwischen Zeit genug, neue kreative Ideen zu entwickeln oder seinen Sub auch einfach nur zu beobachten und sich an dessen Unsicherheit zu ergötzen.

Denk darüber nach, wo im Spiel Platz für deine Bedürfnisse ist. Willst du physische Stimulanz, willst du Sex? Und sage deinem Sub, ob er die Initiative ergreifen und dich anmachen darf, oder ob Berührungen ohne ausdrückliche Erlaubnis tabu sind. Manchen Doms reicht auch einfach der Spaß am Spiel und den Reaktionen des Subs, so dass für sie der eigene Orgasmus von untergeordneter Bedeutung sein kann.

Während des Spiels ist es ganz wichtig, den Kontakt zum Partner nicht abreißen zu lassen. Achte als Dom darauf, wie sich dein Sub fühlt, nimm von Zeit zu Zeit Körperkontakt mit ihm auf, streichle ihn. Durch einen Griff an die Hände des Subs kann man nicht nur erkennen, ob diese schon kalt und eingeschlafen sind, auch kann Sub den Händedruck als Antwort erwidern.
Die meisten Subs mögen das Gefühl nicht, den Ablauf der Session zu bestimmen (sonst wären sie Doms geworden!) und zuviel Gefrage kann die Stimmung zerstören, deutet auf Unsicherheit des Doms hin. Aber mit Fragen wie "Weißt du dein Safeword noch?öder "Bist du noch da?ërkennt Dom, ob sein Sub noch in der Gemütsverfassung ist, zu reagieren und notfalls ins Spiel einzugreifen. Auch kann man es dem Sub überlassen, wie es weitergeht, wenn man es nur geschickt formuliert: "Wenn du willst, dass ich dich doller schlage, siehst du besser zu, dass du deinen Arsch soweit rausstreckst, dass ich ihn treffen kann!SStreckt er seinen Hintern raus, ist er bereit für mehr, andernfalls sollte Dom ergründen, ob Sub nicht reagieren kann oder will.
Oder gib ihm die Alternative, zwischen zwei Übeln zu wählen. Soll der Dom aufhören, ihn mit heißem Wachs zu bekleckern und ihm stattdessen lieber sechs Hiebe mit dem Rohrstock verpassen? Wenn der Dom dem Sub im Spiel solche Alternativen bietet, sollte er darauf achten, dass der Sub merkt, welche Freude es dem Dom bereitet, ihn bei der Abwägung des geringeren Übels zu beobachten.
Durch solche Interaktion im Spiel fühlt Sub sich in guten Händen und umsorgt.

Wenn der Sub keine visuell wahrnehmbare Resonanz von sich gibt, so dass der Top nicht weiß, was in seinem Partner vor sich geht, ob er Spaß hat oder sich gelangweilt oder gar misshandelt fühlt, sollte der Dom ihm sagen, dass er mehr und vielleicht auch welches Feedback er braucht. Wenn du als Top nicht weißt, was los ist, frag!
Tiefes, ruhiges Atmen und wohliges Stöhnen sind ein ziemlich sicheres Zeichen, dass es dem Sub gut geht. Spitze Schmerzensschreie, Hyperventilieren, Verspanntsein oder Zittern sind hingegen sichere Indizien, dass etwas nicht stimmt. Vielleicht reicht es, den Sub eine bequemere Position einnehmen zu lassen, der Sub die High Heels auszuziehen oder den Partner kurz entspannen zu lassen. Oft wird dies aber der richtige Zeitpunkt sein, um das Spiel ausklingen zu lassen. Tränen sind hingegen kein eindeutiges Zeichen. Sie können ein Zeichen der Erschöpfung sein, können bei anderen Subs aber auch zum Spiel dazugehören und zeigen, dass sie gerade in ihrer Rolle aufgehen.
Derartige Check-ins sind sehr wichtig beim Spielen, da es immer sein kann, dass der Sub so sehr in seiner Rolle aufgeht, sich als willenloses Objekt oder Spielzeug empfindet, sein Urteilsvermögen verliert und völlig vergisst, vom Safeword (s.A. 1.5.2) Gebrauch machen zu können.

Bei längeren Spielen kann es sein, dass Sub Hunger oder Durst bekommt - frage ihn danach. Dies muss nicht unbedingt einen Bruch im Spiel bedeuten. Füttere deinen gefesselten Sub doch mit etwas Süßem. Ein sehr intimes Ritual ist es auch, wenn Dom seinen Mund mit einem Getränk füllt, seinen Sub küsst und dabei die Flüssigkeit langsam in dessen Mund laufen lässt.

Die meisten Subs brauchen positives Feedback und Unterstützung für ihre Rolle, wenn sie für ihren Dom intensive oder (emotional) schwierige Dinge ausführen. Da hilft direktes Ïch bin sehr stolz auf dich" oder indirektes "Hat er nicht eine tolle Ausstrahlung, wenn er so da kniet?" Lob oder auch direktes Coachen "Tief atmen", Ëntspann' dich".


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