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2.2.1 Keuschheitsgürtel

Sexuelle Befriedigung ist ein Grundbedürfnis des Menschen. Insbesondere Männer können sehr fickrig und zunehmen gefügig werden, bemüht ihrer Partnerin jeden Wunsch zu erfüllen in der Hoffnung dann wieder einen Orgasmus haben zu dürfen. Ein Onanieverbot und das um Erlaufnisfragenmüssen, ob man einen Organsmus haben darf, ist durchaus eine häufigere Fantasie.
Wer seinem Partner nicht traut, dass er sich an das Verbot hält oder wer auf Nummer sicher gehen möchte, für den gibt es diverse Keuschheitshilfsmittel. Und alleine das endgültige Einrasten des Schlosses mit der Gewissheit, dass es am Partner liegt, einen wieder rauszulassen, hat seinen besonderen Reiz.

Keuschheitsgürtel gibt es seit ca. 1400 [39]. Es sind abschließbare Gürtel aus Metall oder Leder, die vor außerehelichem Verkehr der Frau schützen sollten. Zu diesem Zweck ließen sie im Vaginal- und Analbereicht nur kleine, mit spitzen Zacken bewährte Löcher, die für die Körperausscheidungen notwendig sind. Wenn man bedenkt, dass Eisenwaren damals durchaus rosteten und frau sich mit so einem Teil nur schlecht in den intimen Regionen waschen kann, waren diese Gürtel sicher hygienisch problematisch und hatten die Qualität von Folterinstrumenten.

Heutzutage werden Keuschheitsgürtel als Sexspielzeuge vorwiegend aus Edelstahl oder Kunststoff hergestellt. Und im Gegensatz zu den altertümlichen Modellen sollen die heutigen idealer Weise jegliches Fummeln an den Geschlechtsteilen unterbinden, so dass der Träger des Gürtels auf sexuellen Entzug gesetzt wird und es am Besitzer des Schlüssels liegt, einen Orgasmus zu gewähren.
Neben den Gürteln, die grob die Form eines Tangastrings haben, gibt es für Männer noch so genannte Keuschheitsschellen , die den Penis in einer Röhre halten, die von einem Cockring gehalten wird. Ein solches Teil lässt sich nicht ausziehen, da die Hoden nicht durch den Spalt zwischen Rohr und Ring gezogen werden können, allerdings besteht manchmal die Möglichkeit, den schlaffen Penis aus dem Rohr zurückzuziehen. Um dies zu verhindern werden verschiedene Optionen angeboten, die beispielsweise ein Frenulumpiercing nutzen, um den Penis im Rohr zu befestigen.
An das Tragen eines solchen harten Utensils muss man sich langsam gewöhnen, da es sich bei allen Bewegungen bemerkbar macht. Zu Beginn wird der passive den Druck nicht lange aushalten können und es bedarf einer Eingewöhnungsphase mit zunächst kurzen Tragezeiten. Sollten sich am Anfang Druckstellen, muss mit der Eingewöhnungsphase ausgesetzt werden und eventull muss man gucken, ob man den Gürtel noch besser an die Anatomie des Trägers anpassen kann. Echte Fans von Keuschheitsgürteln gewöhnen sich an das Gefühl eingeschlossen zu sein und tragen ihre Verschlüsse über etliche Tage, bis sie wieder erlöst werden.

Ungewohnt ist auch der Gang zur Toilette.Neben der Demütigung der erzwungenen sexuellen Enthaltsamkeit und der Angst vor Entdeckung des eigenen Geheimnisses durch Menschen im Alltag können mit dem Tragen eines solchen Grtels weitere Einschränkungen verbunden sein. Männer sind bei vielen Keuschheitsgeräten gezwungen, im Sitzen zu urinieren, nach der Körperhygiene muss man (mit einem Föhn) zusehen, dass man das Teil auch von Innen wieder einigermaßen trocken kriegt und die diversen Hersteller [40], [41], [42] bieten noch vielerlei Zusätze, die den Keuschheitsgürtel noch unangenehmer machen und somit als Bestrafung dienen könen. U.a. gibt es Schilde für den Analbereich, die auch eine Stimulation dieser Region unterbinden, es aber erforderlich machen, sich vor dem Stuhlgang öffnen zu lassen. Es gibt einbaubare Dildos und Buttplugs, daran anschließbare elektrische Reizgeräte mit Fernbedienung, externe Dildos mit denen der Träger jemanden Ficken muss, ohne selbst eine Erektion kriegen zu können und als weitere Erniedrigung an dem Gürtel befestigte Schenkelbänder, die ein Speizen der Beine und allzugrosse Schritte unterbinden (s.A. [*]) und das Tragen von Slip und Hose unmöglich machen.


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